Die U-Werte sind Richtwerte für typische Bauweisen. Dein Haus kann abweichen – genauer wird es, wenn du die Wand an einem kalten Morgen mit einem Infrarot-Thermometer misst und den Wert im Taupunkt-Rechner einträgst.
Nachmessen statt schätzen
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Infrarot-Thermometer
Misst die Temperatur an Wand, Ecke und Fensterlaibung. Damit rechnest du aus, wie feucht es dort wirklich ist.
Thermo-Hygrometer
Zeigt Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit – die zwei Zahlen, die jeder Rechner hier braucht. Sinnvoll in jedem Raum, der dir Sorgen macht.
Die Formel
Oberflächentemperatur = Raumtemperatur − (Raumtemperatur − Außentemperatur) × Rsi ÷ (1 ÷ U − 0,13 + Rsi)
Der U-Wert sagt, wie viel Wärme durch die Wand geht. Rsi ist der Wärmeübergangswiderstand innen: Er beschreibt, wie schlecht die Raumluft die Wand erwärmt. Im U-Wert stecken dafür 0,13 m²K/W; für die Prüfung auf Schimmel setzt die Norm DIN 4108-2 vorsichtiger 0,25 an – damit rechnen wir an der freien Wand. Hinter einem Schrank kommt noch weniger Wärme an; dort rechnen wir mit dem Richtwert 0,5.
Ein Beispiel bei 20 °C drinnen und −5 °C draußen: Eine ungedämmte Altbauwand hat innen 12,5 °C und verträgt höchstens 50 % Raumfeuchte. Hinter einem Schrank sind es nur 8,5 °C und 38 %. Eine gedämmte Wand hat 18,5 °C und verträgt 73 %.
Tabelle: Wandtemperatur und höchste Raumfeuchte
Raumtemperatur 20 °C, freie Wandfläche. In jeder Zelle: Temperatur an der Innenseite · höchste Raumfeuchte, bei der dort 80 % nicht überschritten werden.
| Bauweise | −10 °C | −5 °C | 0 °C | 5 °C |
|---|---|---|---|---|
| Ungedämmte Altbauwand (Mauerwerk, bis etwa 1977) (U 1,40) | 11,0 °C · 45 % | 12,5 °C · 50 % | 14,0 °C · 55 % | 15,5 °C · 60 % |
| Wand aus den Jahren etwa 1978 bis 1994 (U 0,80) | 14,5 °C · 57 % | 15,4 °C · 60 % | 16,4 °C · 64 % | 17,3 °C · 67 % |
| Wand aus den Jahren etwa 1995 bis 2008 (U 0,45) | 16,8 °C · 65 % | 17,3 °C · 68 % | 17,9 °C · 70 % | 18,4 °C · 72 % |
| Gedämmte Wand oder Neubau (U 0,24) | 18,3 °C · 72 % | 18,5 °C · 73 % | 18,8 °C · 74 % | 19,1 °C · 76 % |
Spalten: Außentemperatur. U-Werte in W/(m²K), Richtwerte mit Bandbreite siehe So rechnen wir.
Was die Rechnung nicht sieht
- Wärmebrücken. Außenecken, Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Balkonplatten und Deckenanschlüsse sind kälter als die freie Wand – oft um mehrere Grad. Dort wächst Schimmel zuerst.
- Feuchte Wände. Eine nasse Wand dämmt schlechter und liefert selbst Wasser nach. Aufsteigende Feuchte, ein Rohrbruch oder Schlagregen sind kein Lüftungsproblem.
- Zeit. Die Formel gilt für den eingeschwungenen Zustand. Eine einzelne kalte Nacht kühlt eine dicke Wand nicht ganz aus.