Luftentfeuchter nach Einsatzort
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Luftentfeuchter mit Kompressor
Für beheizte Räume. Rechne vorher die nötige Nennleistung aus und achte auf Hygrostat und Schlauchanschluss.
Adsorptions-Luftentfeuchter
Für kühle Räume wie Keller oder Garage, in denen Kompressorgeräte kaum noch etwas schaffen.
Thermo-Hygrometer
Zeigt Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit – die zwei Zahlen, die jeder Rechner hier braucht. Sinnvoll in jedem Raum, der dir Sorgen macht.
Warum die Literzahl auf dem Karton täuscht
Hersteller nennen die Entfeuchtungsleistung meist für 30 °C und 80 % relative Feuchte – ein tropisches Waschhaus. In einem Wohnraum mit 20 °C und 60 % enthält die Luft viel weniger Wasser, und ein Kompressorgerät holt nur einen Teil davon heraus: als Richtwert etwa 40 % der Nennleistung (30 bis 50 %), im kühlen Keller eher 25 % (15 bis 35 %). Ein „20-Liter-Gerät“ schafft im Wohnraum also rund 8 Liter am Tag – bei Dauerlauf.
Unter etwa 15 °C vereist der Kühlkörper eines Kompressorgeräts immer öfter. Für unbeheizte Keller, Garagen und Wohnwagen im Winter sind Adsorptionsgeräte gebaut, die auch bei Kälte entfeuchten – sie brauchen dafür mehr Strom je Liter. Verbindlich ist immer die Leistungstabelle des Herstellers für deine Temperatur.
Die Rechnung
Feuchte je Tag = Personen × Stunden × 50 g + Wäsche (kg) × Restfeuchte + Sonstiges
Nennleistung = Feuchte je Tag ÷ Anteil im Raum × 24 ÷ Laufzeit in Stunden
Beispiel: 2 Personen sind 14 Stunden am Tag zu Hause und geben je 50 g Wasserdampf in der Stunde ab (Richtwert, 30 bis 60 g). Mit 0,5 Litern fürs Kochen und Duschen sind das 1,9 Liter am Tag. Soll das Gerät im Wohnraum höchstens 12 Stunden laufen, brauchst du rund 9 Liter Nennleistung. Kommt eine Ladung Wäsche dazu (5 kg, mit 1.400 Umdrehungen geschleudert), sind es 2,5 Liter mehr.
Tabelle: Feuchte je Tag → nötige Nennleistung
| Feuchte je Tag | Warm und sehr feucht (um 25 °C, über 70 %) | Wohnraum (um 20 °C, 60 %) | Kühler Keller (um 15 °C, 60 bis 70 %) |
|---|---|---|---|
| 0,5 Liter | 2 Liter | 2 Liter | 4 Liter |
| 1,0 Liter | 3 Liter | 5 Liter | 8 Liter |
| 2,0 Liter | 7 Liter | 10 Liter | 16 Liter |
| 3,0 Liter | 10 Liter | 15 Liter | 24 Liter |
| 4,0 Liter | 13 Liter | 20 Liter | 32 Liter |
| 6,0 Liter | 20 Liter | 30 Liter | 48 Liter |
Laufzeit 12 Stunden am Tag. Die Anteile (60 %, 40 %, 25 %) sind Richtwerte für Kompressorgeräte.
Wie viel Wasser steckt überhaupt in der Luft?
Wenig. Um 50 m³ Raumluft bei 20 °C von 70 auf 50 % zu bringen, müssen einmalig nur 172 g heraus – ein kleines Glas. Dass ein Entfeuchter trotzdem tagelang Wasser sammelt, liegt an dem, was nachkommt: aus Menschen, Wäsche, Kochtöpfen – und aus Wänden und Möbeln, die Feuchte gespeichert haben. Deshalb rechnet dieser Rechner mit den Quellen und nicht mit Quadratmetern.
Ein Entfeuchter heizt
Der Strom, den das Gerät zieht, bleibt als Wärme im Raum. Dazu kommt die Wärme, die beim Kondensieren frei wird: 0,68 kWh je Liter Wasser. Im Winter hilft das der Heizung, im Sommer stört es. Ein Beispielgerät mit 300 Watt, das in 12 Stunden 1,9 Liter sammelt, gibt am Tag 4,9 kWh Wärme ab und kostet bei 35 Cent je kWh 1,26 € Strom.
Wann ein Entfeuchter nicht die Lösung ist
- Nasse Wand, feuchter Kellerboden, Wasserschaden: Erst die Ursache finden lassen. Ein Entfeuchter trocknet die Luft, nicht das Mauerwerk dahinter.
- Wohnräume, die du gut lüften kannst: Im Winter trägt kurzes Stoßlüften die Feuchte fast umsonst hinaus – siehe Lüften-Rechner und Vergleich.
- Als Ersatz für Heizen: Eine ausgekühlte Wand bleibt kalt. Was sie verträgt, zeigt der Wandrechner.
