Die Checkliste
- Erst rechnen, ob du überhaupt eine brauchst. 40 km am Tag sind 7,2 kWh. Die lädt eine geprüfte Haushaltssteckdose in 3 h 41 min nach. Wer wenig fährt und nachts lange steht, kommt rechnerisch ohne Wallbox aus – die Gründe dafür sind dann Sicherheit und Komfort, nicht die Ladezeit. Zum Wallbox-Rechner.
- 11 kW reichen fast immer. Ein 60-kWh-Akku ist an 11 kW in 3 h 38 min von 20 auf 80 % geladen. In acht Stunden kommen rund 79 kWh in den Akku – genug für etwa 440 km. Das reicht für fast jeden Alltag.
- 22 kW nur, wenn dein Auto sie nimmt. Kann der Bordlader 11 kW, lädt er an 22 kW keine Minute schneller. Dazu kommt: Wallboxen über 11 kW muss der Netzbetreiber vorher genehmigen, bis 11 kW genügt die Anmeldung.
- Phasen deines Bordladers prüfen. Ein einphasiger Bordlader holt aus einer 11-kW-Wallbox nur 3,7 kW. Dann dauert dieselbe Ladung 10 h 52 min statt 3 h 38 min. Das steht im Datenblatt deines Autos, nicht in dem der Wallbox.
- Festes Kabel oder Steckdose? Ein fest angeschlagenes Kabel ist im Alltag bequemer: aussteigen, einstecken, fertig. Eine Wallbox mit Typ-2-Dose ist aufgeräumter und passt zu jedem Kabel, du brauchst aber jedes Mal dein eigenes. Bei festem Kabel zählt die Länge – miss den Weg von der Wand bis zur Ladebuchse deines Autos, auch wenn du einmal andersherum parkst.
- Fehlerstromschutz eingebaut? Viele Wallboxen erkennen Gleichfehlerströme selbst (oft als „DC 6 mA“ angegeben). Fehlt das, braucht die Installation einen teureren Fehlerstrom-Schutzschalter vom Typ B. Was bei dir nötig ist, entscheidet die Elektrofachkraft – frag danach, bevor du bestellst.
- Steuerbar durch den Netzbetreiber. Neue Wallboxen mit mehr als 4,2 kW müssen seit 2024 so angeschlossen werden, dass der Netzbetreiber sie bei drohender Überlastung vorübergehend drosseln kann – auf mindestens 4,2 kW. Selbst gedrosselt lädt das Beispielauto von 20 auf 80 % in 9 h 31 min. Im Gegenzug gibt es ein niedrigeres Netzentgelt. Achte darauf, dass die Wallbox dafür eine passende Schnittstelle hat.
- Solarstrom laden: auf die kleinste Leistung achten. Eine Wallbox kann nicht beliebig wenig laden. Die Untergrenze liegt bei 6 A je Phase: dreiphasig 4,1 kW, einphasig 1,4 kW. Liefert dein Dach weniger Überschuss, kommt Netzstrom dazu. Wer viel mit Sonne laden will, braucht eine Wallbox, die selbsttätig zwischen einer und drei Phasen umschaltet – und ein Auto, das das mitmacht.
- Abrechnung nötig? Soll der Arbeitgeber den Ladestrom für den Dienstwagen erstatten, brauchst du einen geeichten Zähler (meist als „MID-Zähler“ angegeben) oder einen eigenen Zähler in der Zuleitung.
- Zugang sperren. Hängt die Wallbox am offenen Stellplatz oder Carport, sollte sie sich per Karte, Schlüssel oder App sperren lassen.
- Mehrere Autos, ein Anschluss. Für zwei Ladepunkte brauchst du ein Lastmanagement, das die verfügbare Leistung aufteilt. Nicht jede Wallbox kann das mit jeder anderen.
- Die Installation mitrechnen. Leitungsweg, Platz im Zählerschrank, Wanddurchbrüche und Erdarbeiten bestimmen die Gesamtkosten oft stärker als das Gerät. Lass dir vor dem Kauf ein Angebot machen – und frag, welche Wallboxen der Betrieb anschließt.
Mobile Ladegeräte als Alternative
Ein mobiles Ladegerät an einer roten CEE-Steckdose (16 A) lädt ebenfalls mit bis zu 11 kW und zieht beim Umzug mit um. Die CEE-Dose muss dafür eigens abgesichert und installiert sein – auch das ist Arbeit für die Elektrofachkraft, und auch diese Ladeeinrichtung ist anzumelden.
Wann du besser nicht kaufst
- Bevor eine Elektrofachkraft den Hausanschluss gesehen hat. Manche Zählerschränke müssen erst erneuert werden.
- Bevor Vermieter oder Eigentümergemeinschaft zugestimmt haben.
- Wenn du in den nächsten Monaten umziehst.
Die Hinweise zu Anmeldung, Genehmigung und Steuerbarkeit geben den Stand von 2024 wieder (Niederspannungsanschlussverordnung, § 14a Energiewirtschaftsgesetz) und sind keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Vorgaben deines Netzbetreibers.
Wallboxen und Zubehör ansehen
Die folgenden Verweise sind Partnerlinks: Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt für dich gleich. Auf die Berechnungen haben sie keinen Einfluss.
Wallboxen mit 11 kW
Die übliche Größe fürs Eigenheim. Den Anschluss macht eine Elektrofachkraft – das Gerät allein ist nur ein Teil der Kosten.
Mobile Ladegeräte
Laden an der roten CEE-Steckdose oder unterwegs. Achte auf die passenden Adapter und die einstellbare Stromstärke.
Typ-2-Ladekabel
Für öffentliche Ladesäulen ohne festes Kabel. Dreiphasig mit 32 A passt für jedes Auto und jede Säule.
Kabelhalter und Wandhalterungen
Das Kabel hängt trocken und liegt nicht auf dem Boden.
Taschen fürs Ladekabel
Hält den Kofferraum sauber, wenn das Kabel nass oder schmutzig ist.
