Die Checkliste
- Erst das Volumen ausrechnen, dann alles andere. Ein rundes Becken mit 3,66 m Durchmesser und 0,90 m Wassertiefe fasst 9,5 m³. Mit 4,57 m und 1,10 m sind es 18,0 m³ – 0,91 m mehr Durchmesser, aber 1,9-mal so viel Wasser. Im selben Verhältnis wachsen Chlor, pH-Mittel, Füllkosten und Heizkosten. Zum Volumenrechner.
- Der Untergrund muss das Gewicht tragen. Ein Kubikmeter Wasser wiegt eine Tonne: Das größere Becken aus dem Beispiel bringt 18,0 t auf den Boden, bei 1,10 m Wassertiefe sind das 1.100 kg auf jedem Quadratmeter. Das trägt ein ebener, fester Gartenboden – aber kein gewöhnlicher Balkon und keine Dachterrasse. Steht das Becken auf einer Decke, Garage oder Holzterrasse: vorher zum Statiker.
- Genehmigung klären. Ab welcher Größe ein Becken genehmigt werden muss, regelt die Bauordnung deines Bundeslands – die Grenzen sind verschieden (Stand 2026). Frag vor dem Kauf beim Bauamt deiner Gemeinde nach. Das hier ist keine Rechtsberatung.
- Die Filteranlage muss zum Beckeninhalt passen. Für zwei Umwälzungen in acht Stunden braucht ein Becken mit 30 m³ eine Anlage, die 7,5 m³ je Stunde schafft. Mit 4 m³ je Stunde liefe sie dafür 15 h 00 min am Tag. Rechne nach, bevor du ein Komplettset kaufst: Ob dessen Filteranlage reicht, sagt dir diese Rechnung, nicht der Karton. Förderleistung je Beckengröße.
- Förderleistung der Anlage, nicht der Pumpe. Auf der Verpackung stehen oft zwei Werte. Es zählt der kleinere Wert der ganzen Anlage mit Filter. Filtersand, Schläuche und Höhenunterschied bremsen die Pumpe.
- Auf die Leistungsaufnahme achten. Die Pumpe läuft jeden Tag stundenlang. 450 Watt über 10 Stunden sind 4,5 kWh am Tag – in 120 Tagen 189 € bei 35 Cent je kWh. Vergleiche zwei Anlagen über Watt geteilt durch Förderleistung: Das ergibt den Strom je umgewälztem Kubikmeter.
- Ein Tester gehört zur Erstausstattung. Ohne Messwert kann niemand dosieren, auch kein Rechner. Du brauchst mindestens pH-Wert und freies Chlor. Achte bei Teststreifen auf das Haltbarkeitsdatum: Abgelaufene Streifen zeigen Fantasiewerte.
- Chlor nach Aktivchlor vergleichen, nicht nach Packungsgewicht. Ein Kilogramm Granulat mit 56 % enthält 560 g Aktivchlor, ein Kilogramm Tabletten mit 90 % enthält 900 g. Für 1 mg/l mehr in 30 m³ brauchst du 54 g vom einen oder 33 g vom anderen. Produkte im Vergleich.
- Tabletten zum Halten, Granulat zum Anheben. Langzeittabletten lösen sich über Tage. Wer nur Tabletten kauft, kann einen zu niedrigen Wert nicht schnell korrigieren. Beide enthalten Stabilisator, der sich im Wasser ansammelt – wichtig, wenn dein Wasser über Jahre im Becken bleibt.
- pH-Mittel in passender Menge. Um 30 m³ um 0,3 zu korrigieren, sind es beim Richtwert von 100 g je 10 m³ schon 900 g. Je nach Produkt und Wasser liegt die Etikettenangabe grob zwischen 50 und 150 g – also 450 g bis 1,35 kg. Welches Mittel du brauchst, zeigt dir erst die Messung. Zum pH-Rechner.
- Abdeckung vor Heizung. Verliert ein Becken mit 30 m³ über Nacht 1 °C, sind 34,9 kWh Wärme weg. Mit einem Elektroheizer kostet das 12,21 € am Tag, mit einer Wärmepumpe (Leistungszahl 5) 2,44 €. Eine Abdeckung bremst genau diesen Verlust und verbraucht keinen Strom. Achte darauf, dass sie zur Form und Größe deines Beckens passt.
- Heizleistung zum Becken rechnen. 30 m³ um 10 °C zu erwärmen, dauert mit 5 kW Heizleistung mindestens 2,9 Tage, mit 10 kW 34 h 53 min. Kühlt das Becken dabei 2 °C am Tag aus, gehen 2,9 kW nur fürs Halten drauf – eine Heizung mit 3 kW käme dann kaum voran. Zum Heizrechner.
- Bei der Wärmepumpe die Leistungszahl für kühle Luft lesen. Die Herstellerangabe gilt für eine bestimmte Luft- und Wassertemperatur. Bei kühler Luft sinken Leistungszahl und Heizleistung. Nennt das Datenblatt mehrere Betriebspunkte, rechne mit dem ungünstigeren.
- Bodensauger: passend zur Anlage. Was am Boden liegt, holt die Filterpumpe allein nicht heraus. Sauger, die an der Filteranlage hängen, brauchen deren Durchfluss. Welche Förderleistung ein Sauger verlangt, steht in seiner Anleitung – vergleiche sie mit dem Wert deiner Anlage.
- Strom am Becken. Pumpe und Heizung gehören an einen Stromkreis mit Fehlerstrom-Schutzschalter (FI, 30 mA) und mit dem Abstand zum Becken, den der Hersteller nennt. Für feste Anschlüsse im Garten und für den Anschluss einer Wärmepumpe: Elektrofachkraft.
Wann du besser nicht kaufst
- Chemie für ein Planschbecken mit ein paar hundert Litern. Wasser regelmäßig wechseln und im Garten verwenden ist einfacher.
- Eine Heizung für wenige Sommerwochen. Im Hochsommer wärmen Sonne und Abdeckung oft genug. Rechne erst im Heizkosten-Ratgeber nach, was dich ein Grad am Tag kostet.
- Eine Heizung ohne Abdeckung. Dann heizt du zu einem guten Teil die Umgebung.
- Ein größeres Becken, nur weil es kaum mehr kostet. Die laufenden Kosten für Wasser, Pflegemittel, Strom und Wärme wachsen mit jedem Kubikmeter.
- Große Vorräte an Flüssigchlor. Es verliert bei Lagerung an Gehalt. Kauf, was du in einer Saison verbrauchst.
Alle Zahlen stammen aus den Formeln dieser Website und sind Richtwerte. Strompreis, Pumpenleistung und Leistungszahl sind Beispielwerte. Für dein Produkt gelten Etikett, Anleitung und Datenblatt des Herstellers.
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Wassertester für pH und Chlor
Teststreifen, Tablettentester oder elektronische Messgeräte – ohne Messwert kann kein Rechner dosieren.
Sandfilteranlagen und Poolpumpen
Entscheidend ist die Förderleistung der ganzen Anlage in m³ je Stunde, passend zum Beckeninhalt.
Chlortabletten und Chlorgranulat
Langzeittabletten für die Dauerpflege, schnelllösliches Granulat für die schnelle Anhebung.
pH-Minus und pH-Plus
Zum Senken oder Heben des pH-Werts. Achte auf die Dosierangabe je 10 m³ auf dem Etikett.
Solarfolien und Abdeckplanen
Eine Abdeckung hält Wärme im Wasser und Schmutz draußen.
Poolsauger und Bodenreiniger
Was am Boden liegt, holt die Filterpumpe allein nicht heraus.
