Die Checkliste
- Erst die Himmelsrichtung klären. Senkrecht am Südgeländer liefern 800 Watt-Peak im Mittel 601 kWh im Jahr, am Nordgeländer 156 kWh – das sind 26 % davon. Ost und West liegen dazwischen. Ein reiner Nordbalkon lohnt sich selten. Alle Montagearten im Vergleich.
- Schatten einen Tag lang beobachten. Alle Ertragszahlen gelten für freie Module. Zwischen April und September fallen 69 % des Jahresertrags an – es zählt also vor allem, ob dein Balkon in diesen Monaten Sonne hat. Schau an einem sonnigen Tag morgens, mittags und nachmittags nach.
- Eine Halterung mit Neigung holt am meisten heraus. Mit 60° statt senkrecht steigt der Ertrag am Südgeländer von 601 auf 802 kWh – 33 % mehr, bei 35 Cent und 60 % Eigenverbrauch 42 € im Jahr. Prüfe aber vorher, ob dein Geländer das trägt und ob Vermieter oder Eigentümergemeinschaft die ausgestellte Montage erlauben.
- Die Halterung muss zu deinem Geländer passen. Rundrohr, Flachstahl, Mauerbrüstung oder Glas brauchen unterschiedliche Befestigungen. Miss Höhe und Breite des Geländers und vergleiche sie mit den Maßen und dem Gewicht der Module im Datenblatt. Wofür die Halterung ausgelegt ist, steht in den Angaben ihres Herstellers.
- Wechselrichter: 800 Watt und zwei Eingänge. Mehr als 800 Watt darf der Wechselrichter nicht einspeisen (Stand 2024). Hängen deine Module in zwei Richtungen oder liegt eines zeitweise im Schatten, sollte jedes Modul einen eigenen Eingang haben – sonst bremst das schwächere das stärkere.
- Mehr Module nur mit Plan für den Strom. Erlaubt sind bis zu 2.000 Watt-Peak an einem 800-Watt-Wechselrichter (Stand 2024). 1.600 statt 800 Watt-Peak liefern 1.551 statt 843 kWh. Ohne Speicher verbrauchst du davon aber einen kleineren Teil selbst: Mit den Richtwerten des Rechners (60 % und 40 %, jeweils ± 10 Prozentpunkte) steigt die Ersparnis nur um rund 40 € im Jahr. Die ganze Rechnung.
- Speicher: erst die Obergrenze ausrechnen. Verbrauchst du 60 % selbst, fließen von 843 kWh im Jahr 337 kWh ungenutzt ins Netz. Könnte ein Speicher sie restlos retten, wären das 118 € im Jahr – mehr kann er bei dieser Anlage nicht bringen, in der Praxis ist es weniger. Teile den Aufpreis für den Speicher durch diese Zahl: So viele Jahre dauert es mindestens, bis er bezahlt ist.
- Deinen Verbrauch am Tag kennen. Geld spart nur Strom, den du im selben Moment verbrauchst. Mit einem Strommessgerät für die Steckdose findest du heraus, was Kühlschrank, Router und Geräte im Bereitschaftsbetrieb dauerhaft ziehen. Je höher diese Grundlast, desto mehr vom Solarstrom nutzt du selbst.
- Kabellänge und Steckdose. Miss den Weg vom Wechselrichter bis zur Steckdose, bevor du bestellst – das Anschlusskabel muss ohne Verlängerung reichen. Welcher Stecker und welche Steckdose bei dir zulässig sind, sagen die Herstellerangaben; in älteren Gebäuden lässt du den Stromkreis vorher von einer Elektrofachkraft prüfen.
- Den Komplettpreis vergleichen. Halterung, Anschlusskabel und Versand sind nicht in jedem Set enthalten. Für die Rechnung zählt die Summe: Bei 177 € Ersparnis im Jahr verlängern je 100 € Mehrpreis die Zeit bis zur Amortisation um 0,6 Jahre.
- Unterlagen für die Anmeldung. Für das Marktstammdatenregister brauchst du die Leistung der Module und des Wechselrichters. Achte darauf, dass die Datenblätter beiliegen oder abrufbar sind.
- Zustimmung vor dem Kauf einholen. Als Mieter oder in einer Eigentümergemeinschaft brauchst du die Erlaubnis – schriftlich und bevor du montierst. Sie darf seit Oktober 2024 nicht ohne triftigen Grund verweigert werden, bei der Art der Anbringung reden Vermieter und Gemeinschaft aber mit.
Wann du besser nicht kaufst
- Der Balkon zeigt nach Norden oder liegt fast den ganzen Tag im Schatten.
- Tagsüber läuft bei dir kaum ein Gerät und du willst keinen Speicher.
- Du ziehst bald um und kannst die Anlage am neuen Ort nicht aufhängen.
- Das Geländer ist für die Last nicht geeignet oder die Zustimmung fehlt.
Rechtsstand: Solarpaket I (2024) und die Änderungen im Miet- und Wohnungseigentumsrecht vom Oktober 2024. Keine Rechtsberatung – prüfe vor dem Kauf, ob sich etwas geändert hat. Maßgeblich sind die aktuellen Gesetze und die Angaben der Bundesnetzagentur.
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Balkonkraftwerk-Sets mit 800 Watt
Komplettsets mit zwei Modulen, Wechselrichter und Anschlusskabel.
Halterungen fürs Balkongeländer
Mit verstellbarer Neigung holst du mehr Ertrag heraus als senkrecht.
Balkonkraftwerk mit Speicher
Ein Speicher erhöht den Anteil, den du selbst verbrauchst.
Strommessgeräte für die Steckdose
Zeigt, was deine Anlage wirklich liefert und was Geräte verbrauchen.
