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Wie viel Regenwasser liefert ein Dach?

Regenwasser vom eigenen Dach kostet nichts und schont das Trinkwasser im Garten und im Haus. Doch wie viel Wasser kommt über das Jahr wirklich zusammen? Die Antwort liegt in der Kombination aus deinem Wohnort, der Dachgröße und der Dachart. Mit den passenden Werten lässt sich der Ertrag für jedes Gebäude genau ausrechnen.

Kurz gesagt: Im Mittel deutscher Städte liefert ein Ziegeldach mit 100 Quadratmetern Grundfläche rund 51.844 Liter Regenwasser im Jahr. Der genaue Ertrag hängt stark vom Wohnort ab, da die Niederschlagsmengen in Deutschland zwischen etwa 497 und 1.120 Millimetern liegen. Zudem mindern der Dachbelag und der Filter den Ertrag, sodass bei einem Ziegeldach etwa 72 Prozent des Regens im Speicher ankommen.

Die Formel für den Regenwasserertrag

Um zu berechnen, wie viel Wasser im Speicher ankommt, benötigst du vier Werte. Die Formel lautet: Ertrag in Litern ist gleich Dachfläche in Quadratmetern mal Niederschlag in Millimetern mal Abflussbeiwert mal Filterwirkungsgrad. Ein Millimeter Niederschlag entspricht dabei genau einem Liter Wasser auf einem Quadratmeter Fläche.

Der Abflussbeiwert zieht ab, was auf dem Dach hängen bleibt, verdunstet oder verspritzt. Bei einem Schrägdach mit harter Deckung wie Ziegeln liegt dieser Richtwert bei 0,8. Der Filterwirkungsgrad beschreibt, wie viel Wasser der Filter in den Speicher durchlässt und wie viel Schmutz vorbeigespült wird. Hier gilt ein Richtwert von 90 Prozent. Multipliziert man diese beiden Faktoren, bleiben bei einem Ziegeldach 72 Prozent des Regens übrig. Von 100 Quadratmetern Dachfläche fließen je Millimeter Regen also 72 Liter in den Speicher.

Die richtige Dachfläche ermitteln

Für die Berechnung des Regenertrags ist nicht die schräge Fläche der Ziegel entscheidend. Es zählt die Grundfläche, die das Dach von oben gesehen überdeckt, inklusive des Dachüberstands. Ein steiles Dach fängt nicht mehr Wasser auf als ein flaches Dach über demselben Grundriss. Die Grundfläche lässt sich berechnen, indem man die schräge Dachfläche mit dem Kosinus der Dachneigung multipliziert. Bei einer Dachneigung von 45 Grad überdecken beispielsweise 100 Quadratmeter Schrägfläche nur noch eine Grundfläche von 70,7 Quadratmetern.

Zudem darfst du nur die Flächen zählen, die tatsächlich an dem Fallrohr hängen, das du anzapfst. Ein normales Satteldach entwässert meist in zwei Rinnen. Wenn du nur ein Fallrohr nutzt, halbiert sich die nutzbare Fläche oft. Garagen, Carports oder Gartenhäuser können jedoch einzeln berechnet und dazugezählt werden, wenn sie an das System angeschlossen werden.

Große Unterschiede je nach Wohnort

Der Wohnort spielt beim Ertrag die größte Rolle. Im Durchschnitt der 50 vom Deutschen Wetterdienst erfassten Städte fallen in Deutschland 720 Millimeter Niederschlag im Jahr. Doch die Spanne ist riesig: In Magdeburg fallen im vieljährigen Mittel nur 497 Millimeter Regen, während es in Wuppertal mit 1.120 Millimetern mehr als das Doppelte ist.

Ein Ziegeldach mit 100 Quadratmetern Grundfläche liefert in Magdeburg im Jahr rund 35.777 Liter Wasser. Im bundesweiten Mittel von 720 Millimetern sind es 51.844 Liter. In der regenreichen Stadt Wuppertal bringt dieselbe Dachfläche sogar 80.611 Liter im Jahr. Bei einer kleineren Dachfläche von 50 Quadratmetern liegen die jährlichen Erträge entsprechend bei 17.888 Litern in Magdeburg, 25.922 Litern im Mittel und 40.306 Litern in Wuppertal.

Der Ertrag im Jahresverlauf

Der Regen verteilt sich nicht gleichmäßig über das Jahr. Im Mittel der 50 Städte fallen von April bis September 383 Millimeter Niederschlag. Das entspricht 53 Prozent der Jahresmenge. Der Sommer bringt somit zwar etwas mehr Regen als das Winterhalbjahr, allerdings fällt dieser oft in wenigen, sehr kräftigen Schauern. Gleichzeitig ist der Bedarf im Garten in dieser Zeit am höchsten, und die Pflanzen verdunsten viel Wasser.

Im Jahresverlauf zeigt sich der Juli im Mittel der Städte oft als nasser Monat, während der April häufig sehr trocken ausfällt. Da der Speicher in Trockenzeiten schnell leer wird und bei Starkregen große Mengen ungenutzt überlaufen, ist der tatsächliche Nutzen im Garten begrenzt. Eine kleine Regentonne läuft im Sommer oft über, während sie in Hitzeperioden nach wenigen Tagen leer ist.

Einfluss der Dachart auf die Ernte

Nicht jedes Dach eignet sich gleich gut zum Sammeln von Regenwasser. Während ein Schrägdach mit Ziegeln, Schiefer oder Metall einen hohen Abflussbeiwert von 0,8 bietet, halten andere Dacharten das Wasser bewusst zurück. Ein Flachdach mit Kies hat einen Abflussbeiwert von 0,6. Hier kommen bei 100 Quadratmetern Fläche und 720 Millimetern Niederschlag im Jahr noch 38.883 Liter im Speicher an.

Noch weniger Ertrag liefern Gründächer, da die Pflanzen und die Erde das Wasser speichern. Ein Gründach mit dünner Schicht hat einen Abflussbeiwert von 0,5 und liefert im Jahr 32.402 Liter. Bei einer dicken, intensiven Begrünung sinkt der Abflussbeiwert auf 0,3. Davon fließen jährlich nur noch 19.441 Liter ab. Zudem ist Vorsicht bei Dächern mit Kupfer, Zink oder frischen Bitumenbahnen geboten. Von diesen Flächen können Stoffe ins Wasser abgeschwemmt werden, weshalb man damit kein Gemüse gießen sollte.

Was fängst du mit dem Wasser an?

Wenn du das gesammelte Wasser nur zum Gießen im Garten nutzen möchtest, reicht meist eine einfache Regentonne am Fallrohr. Wer jedoch das WC spülen oder die Waschmaschine betreiben will, benötigt eine Zisterne mit Filter, Pumpe und einem eigenen Leitungsnetz im Haus. Regenwasser ist Betriebswasser und kein Trinkwasser. Es darf niemals zum Trinken, Kochen, Duschen oder für das Planschbecken verwendet werden.

Zudem dürfen Leitungen für Regenwasser niemals direkt mit der Trinkwasserleitung verbunden sein. Eine Anlage im Haus muss von einem Fachbetrieb geplant und gebaut werden. Sie muss außerdem dem Wasserversorger mitgeteilt und dem Gesundheitsamt angezeigt werden. Finanziell lohnt sich eine Zisterne über den Wasserpreis allein oft nicht, da die Anschaffungskosten hoch sind und sich die Anlage im Haus erst nach vielen Jahrzehnten bezahlt macht.

Selbst nachrechnen

Dieser Beitrag wurde am 6.10.2026 mit KI erstellt und automatisch gegen die Angaben dieser Themenwelt geprüft. Ein Mensch hat ihn nicht einzeln geprüft. Er ersetzt keine Beratung durch Fachleute und keine Angaben des Herstellers.

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